ABI-Messung (Knöchel-Arm-Index): Was ist das und was sagt der Wert aus?
Die ABI-Messung (Knöchel-Arm-Index) ist eine einfache Untersuchung, mit der sich beurteilen lässt, wie gut das Blut durch die Arterien der Beine fließt. Dabei wird der systolische Blutdruck am Arm mit dem systolischen Blutdruck am Knöchel verglichen.
Der ermittelte ABI-Wert kann Hinweise auf eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) geben. Gleichzeitig kann ein auffälliger Wert Anlass für weitere Untersuchungen sein.
Die 2024 ESC-Leitlinie empfiehlt den Knöchel-Arm-Index als initiale diagnostische Untersuchung zur Abklärung einer peripheren arteriellen Erkrankung.
Kurz erklärt: Was zeigt die ABI-Messung?
Der ABI (Ankle-Brachial Index) setzt den systolischen Blutdruck am Knöchel ins Verhältnis zum systolischen Blutdruck am Arm.
Vereinfacht gilt:
ABI = systolischer Knöcheldruck ÷ systolischer Armdruck
Ein Beispiel:
| Messwert | Blutdruck |
|---|---|
| Arm | 125 mmHg |
| Knöchel | 100 mmHg |
| ABI | 100 ÷ 125 = 0,80 |
Ein ABI von 0,80 ist auffällig und kann auf eine pAVK hinweisen. Die endgültige medizinische Beurteilung erfolgt jedoch immer zusammen mit Beschwerden, Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Gefäßtests.
Welche ABI-Werte sind normal?
Die aktuellen Empfehlungen unterscheiden vier wichtige Bereiche:
| ABI-Wert | Einordnung | Was bedeutet das? |
|---|---|---|
| ≤ 0,90 | auffällig | Hinweis auf eine periphere arterielle Erkrankung |
| 0,91–0,99 | grenzwertig | nicht eindeutig normal |
| 1,00–1,40 | normal | kein Hinweis auf eine relevante pAVK durch den Ruhe-ABI |
| > 1,40 | nicht komprimierbar | Arterien können durch Verkalkung schwer komprimierbar sein |
Diese Einteilung entspricht der aktuellen ACC/AHA-Leitlinie zur Diagnostik der pAVK.
ABI-Wert auf einen Blick
≤ 0,90
→ auffällig
0,91–0,99
→ grenzwertig
1,00–1,40
→ normal
> 1,40
→ nicht komprimierbar
Wichtig: Ein ABI-Wert sollte nicht isoliert interpretiert werden. Beschwerden, Risikofaktoren, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Gefäßuntersuchungen spielen ebenfalls eine Rolle.
Warum wird eine ABI-Messung durchgeführt?
Die Untersuchung wird vor allem eingesetzt, wenn eine Durchblutungsstörung der Beine vermutet wird.
Typische Gründe sind:
- Schmerzen oder Beschwerden in den Beinen beim Gehen
- ungewöhnlich schnelle Ermüdung der Beine
- kalte Füße
- schlecht heilende Wunden an Fuß oder Bein
- auffällige oder schwache Fußpulse
- Verdacht auf pAVK
- bestimmte Risikofaktoren für Gefäßerkrankungen
- Verlaufskontrolle bei bereits bekannter pAVK
Die 2024 ACC/AHA-Leitlinie empfiehlt eine Ruhe-ABI-Messung insbesondere bei Anamnese oder körperlicher Untersuchung, die auf eine pAVK hindeutet.
Was ist eine pAVK?
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Durchblutungsstörung, bei der Arterien – meist in den Beinen – verengt oder verschlossen sind.
Häufigste Ursache ist die Arteriosklerose.
Durch die Verengung kann weniger Blut in die Beine gelangen. Bei Belastung steigt der Sauerstoffbedarf der Muskulatur. Reicht die Durchblutung dann nicht aus, können Beschwerden auftreten.
Typische Beschwerden einer pAVK
| Mögliche Beschwerde | Typische Situation |
|---|---|
| Schmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß | häufig beim Gehen |
| Beschwerden, die nach einer Pause nachlassen | möglich |
| Kältegefühl in den Füßen | möglich |
| Veränderungen der Haut | bei stärkerer Durchblutungsstörung |
| schlecht heilende Wunden | insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung |
| keine Beschwerden | pAVK kann auch asymptomatisch sein |
Eine pAVK kann also bestehen, ohne dass Betroffene typische Schmerzen wahrnehmen. Die aktuellen ESC-Empfehlungen betonen deshalb die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung.
Wie läuft eine ABI-Messung ab?
Die Untersuchung ist normalerweise unkompliziert und dauert nur wenige Minuten.
Typischer Ablauf:
- Sie liegen entspannt auf einer Untersuchungsliege.
- Der Blutdruck wird an einem oder beiden Armen bestimmt.
- Anschließend wird der Blutdruck im Bereich der Knöchel gemessen.
- Für die Messung kann eine Dopplersonde verwendet werden.
- Aus den systolischen Druckwerten wird der ABI berechnet.
- Der Wert wird anschließend im Zusammenhang mit Beschwerden und Untersuchungsergebnissen beurteilt.
Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie beschreibt die Dopplerdruckmessung als schnelle und schmerzfreie Basisuntersuchung. Dabei werden Blutdruckmanschette und Dopplersonde eingesetzt, um die Druckwerte an Armen und Fußknöcheln zu bestimmen.
Ist die ABI-Messung schmerzhaft?
Nein, normalerweise nicht.
Die Untersuchung ist nicht invasiv. Es wird weder eine Nadel in die Arterie eingeführt noch ein Kontrastmittel benötigt.
Lediglich die Blutdruckmanschette kann während des Aufpumpens kurzzeitig einen deutlichen Druck verursachen.
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ist die Untersuchung invasiv? | Nein |
| Wird Blut abgenommen? | Nein |
| Wird Kontrastmittel benötigt? | Nein |
| Kann die Manschette unangenehm sein? | Kurzzeitig möglich |
| Ist die Untersuchung grundsätzlich schmerzhaft? | Nein |
Muss man sich auf die ABI-Untersuchung vorbereiten?
Eine spezielle Vorbereitung ist normalerweise nicht erforderlich.
Sinnvoll ist es, vor der Untersuchung:
- einige Minuten ruhig zu sitzen oder zu liegen
- unmittelbar vorher keine starke körperliche Belastung durchzuführen
- die Beine und Arme für die Messung frei zugänglich zu halten
- dem medizinischen Personal relevante Beschwerden und bekannte Gefäßerkrankungen mitzuteilen
Die konkrete Vorbereitung kann je nach Praxis und geplanter Zusatzuntersuchung unterschiedlich sein.
Was bedeutet ein ABI von 0,8?
Ein ABI von 0,8 liegt im auffälligen Bereich.
Das bedeutet, dass der systolische Blutdruck am Knöchel deutlich niedriger ist als am Arm. Ein solcher Befund kann mit einer arteriellen Durchblutungsstörung der Beine vereinbar sein.
Er sollte jedoch nicht als alleinige Diagnose betrachtet werden.
Je nach Situation können weitere Schritte sinnvoll sein, zum Beispiel:
- körperliche Gefäßuntersuchung
- Doppler- oder Duplexsonographie
- Belastungs-ABI
- TBI (Toe-Brachial Index)
- weitere Gefäßdiagnostik
Welche Untersuchung tatsächlich erforderlich ist, hängt von Beschwerden, klinischem Befund und ABI-Ergebnis ab.
Was bedeutet ein ABI unter 0,9?
Ein ABI von ≤ 0,90 gilt als auffällig.
Je niedriger der Wert ist, desto stärker kann die arterielle Durchblutung eingeschränkt sein. Die Höhe des ABI allein erlaubt jedoch keine vollständige Beurteilung des individuellen Schweregrades.
Besonders bei starken Beschwerden oder Verdacht auf eine fortgeschrittene Durchblutungsstörung sind zusätzliche Untersuchungen wichtig. Die AHA weist ebenfalls darauf hin, dass abhängig vom ABI weitere Tests erforderlich sein können.
Was bedeutet ein ABI zwischen 0,91 und 0,99?
Ein ABI von 0,91 bis 0,99 wird als grenzwertig bezeichnet.
Das bedeutet:
- Der Wert liegt nicht im eindeutig normalen Bereich.
- Eine pAVK ist damit nicht automatisch bewiesen.
- Bei passenden Beschwerden kann eine weitere Abklärung sinnvoll sein.
- Bei bestimmten Patienten kann eine Belastungsuntersuchung zusätzliche Informationen liefern.
Gerade bei typischen Beschwerden und einem normalen oder grenzwertigen Ruhe-ABI kann ein Belastungs-ABI zur weiteren Abklärung eingesetzt werden.
Was bedeutet ein ABI von 1,0 bis 1,4?
Ein ABI zwischen 1,00 und 1,40 wird nach der aktuellen ACC/AHA-Klassifikation als normal eingestuft.
Das ist zunächst ein unauffälliger Befund.
Allerdings gilt:
Ein normaler Ruhe-ABI schließt eine arterielle Durchblutungsstörung nicht in jeder klinischen Situation vollständig aus.
Wenn typische Beschwerden bestehen, können deshalb weitere Untersuchungen notwendig sein.
Was bedeutet ein ABI über 1,4?
Ein ABI von mehr als 1,40 wird als nicht komprimierbar eingestuft.
Das bedeutet nicht, dass die Durchblutung besonders gut ist.
Eine mögliche Erklärung ist, dass die Arterienwand so stark verkalkt bzw. versteift ist, dass die Blutdruckmanschette das Gefäß nicht ausreichend zusammendrücken kann.
In dieser Situation kann ein ABI deshalb nicht zuverlässig zur Beurteilung der Durchblutung verwendet werden.
Die ACC/AHA-Leitlinie empfiehlt bei einem nicht komprimierbaren ABI von >1,40 eine zusätzliche Beurteilung mit einem Toe-Brachial Index (TBI) einschließlich geeigneter Wellenformmessungen.
ABI und TBI: Warum kann eine zusätzliche Messung notwendig sein?
Der TBI setzt den systolischen Druck an der Zehe ins Verhältnis zum systolischen Armdruck.
Er kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn die Arterien am Knöchel aufgrund von Verkalkungen nicht ausreichend komprimierbar sind.
| Untersuchung | Messort | Typischer Nutzen |
|---|---|---|
| ABI | Arm + Knöchel | Basisdiagnostik der pAVK |
| TBI | Arm + Zehe | hilfreich bei nicht komprimierbaren Knöchelarterien |
| Belastungs-ABI | Arm + Knöchel unter Belastung | bei passenden Beschwerden trotz normalem/grenzwertigem Ruhe-ABI |
| Duplexsonographie | Gefäße | Darstellung von Gefäßveränderungen und Blutfluss |
Der TBI wird in der aktuellen ACC/AHA-Leitlinie als zusätzliche physiologische Untersuchung bei nicht komprimierbarem ABI berücksichtigt.
Ist eine ABI-Messung bei Diabetes aussagekräftig?
Bei Menschen mit Diabetes kann die Interpretation des ABI schwieriger sein.
Ein Grund dafür sind Veränderungen der Arterienwand, insbesondere eine mediale Gefäßverkalkung, durch die Arterien schlechter komprimierbar werden können.
Dadurch kann ein ABI ungewöhnlich hoch ausfallen und die tatsächliche Durchblutungssituation weniger zuverlässig widerspiegeln.
Deshalb kann bei bestimmten Patienten mit Diabetes eine zusätzliche Untersuchung wie der TBI oder eine Duplexsonographie sinnvoll sein.
Wichtig: Ein unauffälliger oder ungewöhnlich hoher ABI sollte bei passenden Beschwerden immer im klinischen Zusammenhang betrachtet werden.
Kann man trotz pAVK einen normalen ABI haben?
Ja.
Der Ruhe-ABI ist eine wichtige Basisuntersuchung, aber kein Test, der jede Form einer Durchblutungsstörung sicher ausschließt.
Das ist insbesondere relevant, wenn:
- typische Beschwerden beim Gehen bestehen
- die Beschwerden unter Belastung auftreten
- der Ruhe-ABI normal oder grenzwertig ist
- bestimmte Gefäßerkrankungen oder Verkalkungen vorliegen
Bei Patienten mit Verdacht auf chronisch symptomatische pAVK und normalem oder grenzwertigem Ruhe-ABI kann deshalb ein Belastungs-ABI durchgeführt werden.
Welche Rolle spielt die Duplexsonographie?
Die ABI-Messung beantwortet vor allem die Frage, ob Hinweise auf eine relevante Durchblutungsstörung bestehen.
Die Duplexsonographie kann anschließend genauer untersuchen, wo sich Gefäßverengungen oder andere Veränderungen befinden.
Die 2024 ESC-Leitlinie nennt die Duplexsonographie als First-Line-Bildgebung zur Bestätigung peripherer arterieller Läsionen.
Vereinfacht lässt sich der diagnostische Weg so darstellen:
Beschwerden / Risikoprofil
↓
körperliche Untersuchung
↓
ABI-Messung
↓
ABI normal / grenzwertig / auffällig / nicht komprimierbar
↓
je nach Befund weitere Diagnostik
Zum Beispiel:
- Belastungs-ABI
- TBI
- Duplexsonographie
- weitere vaskuläre Diagnostik
Kann die ABI-Messung etwas über das Herz-Kreislauf-Risiko aussagen?
Der ABI ist nicht nur für die Beurteilung der Beindurchblutung relevant.
Ein auffälliger ABI kann mit einer erhöhten Belastung durch arteriosklerotische Gefäßerkrankungen verbunden sein. Die ESC beschreibt den ABI außerdem als Surrogatmarker für kardiovaskuläre und Gesamtmortalität.
Das ist wichtig, weil eine pAVK nicht ausschließlich eine Erkrankung der Beine ist.
Bei nachgewiesener pAVK müssen deshalb auch andere kardiovaskuläre Risikofaktoren berücksichtigt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- erhöhte Blutfettwerte
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- weitere arteriosklerotische Erkrankungen
Was kann ein auffälliger ABI für die weitere Untersuchung bedeuten?
Ein auffälliger ABI bedeutet zunächst: Der Befund sollte medizinisch eingeordnet werden.
Je nach Situation kann die weitere Abklärung beispielsweise so aussehen:
| Befund / Situation | Möglicher nächster Schritt |
|---|---|
| ABI ≤ 0,90 | pAVK-Diagnostik und klinische Einordnung |
| ABI 0,91–0,99 + typische Beschwerden | ggf. Belastungs-ABI |
| ABI 1,00–1,40 + keine typischen Beschwerden | meist keine zusätzliche ABI-basierte Diagnostik allein aufgrund des Wertes |
| ABI 1,00–1,40 + typische Beschwerden | weitere Abklärung je nach klinischer Situation |
| ABI > 1,40 | TBI bzw. weitere physiologische Diagnostik |
| Verdacht auf Gefäßläsion | Duplexsonographie bzw. weitere Bildgebung |
Diese Tabelle ist eine vereinfachte Orientierung und ersetzt keine individuelle ärztliche Beurteilung. Die konkrete Diagnostik richtet sich nach Symptomen, Untersuchungsbefund und Risikoprofil.
Wie zuverlässig ist die ABI-Messung?
Die ABI-Messung ist eine etablierte und wichtige Basisuntersuchung der pAVK-Diagnostik.
Ihre Aussagekraft kann jedoch durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden.
Dazu gehören unter anderem:
- nicht ausreichend komprimierbare Arterien
- ausgeprägte Gefäßverkalkungen
- bestimmte Patientengruppen
- technische Faktoren der Messung
- unterschiedliche klinische Situationen
Deshalb sollte der ABI nicht losgelöst von der Krankengeschichte und körperlichen Untersuchung interpretiert werden.
Was der ABI-Wert nicht alleine beantworten kann
Der ABI kann wichtige Hinweise geben, aber er beantwortet nicht jede Frage.
Er zeigt beispielsweise nicht allein:
- an welcher Stelle genau eine Gefäßverengung liegt
- wie lang eine Gefäßverengung ist
- ob eine Behandlung mit einem Eingriff notwendig ist
- welche Therapie für einen einzelnen Patienten optimal ist
- wie stark eine Beschwerde ausschließlich durch eine Gefäßverengung verursacht wird
Dafür können weitere Untersuchungen und die ärztliche Beurteilung erforderlich sein.
Häufige Fragen zur ABI-Messung
Was ist ein normaler ABI-Wert?
Ein ABI von 1,00 bis 1,40 gilt nach der aktuellen ACC/AHA-Klassifikation als normal.
Ab welchem ABI-Wert spricht man von pAVK?
Ein ABI von ≤ 0,90 gilt als abnormal und ist ein wichtiger Hinweis auf eine pAVK. Die Diagnose wird jedoch im klinischen Zusammenhang gestellt.
Ist ein ABI von 0,8 gefährlich?
Ein ABI von 0,8 ist auffällig und kann auf eine arterielle Durchblutungsstörung hinweisen. Die Bedeutung hängt unter anderem von Beschwerden, Begleiterkrankungen und weiteren Untersuchungsergebnissen ab.
Was bedeutet ein ABI von 1,5?
Ein ABI von 1,5 liegt über 1,40 und gilt daher als nicht komprimierbar. Eine zusätzliche Untersuchung, beispielsweise ein TBI, kann sinnvoll sein.
Ist die ABI-Messung schmerzhaft?
Nein. Die Untersuchung ist nicht invasiv und normalerweise schmerzfrei. Lediglich der Druck der Blutdruckmanschette kann kurzzeitig unangenehm sein.
Wie lange dauert die ABI-Messung?
Die eigentliche Messung dauert in der Regel nur wenige Minuten. Die genaue Dauer hängt vom Untersuchungsumfang ab.
Kann eine ABI-Messung eine pAVK sicher ausschließen?
Nicht in jeder Situation. Bei typischen Beschwerden kann trotz normalem oder grenzwertigem Ruhe-ABI eine weitere Untersuchung, beispielsweise ein Belastungs-ABI, erforderlich sein.
Warum ist der ABI bei manchen Menschen sehr hoch?
Ein sehr hoher ABI kann auf nicht ausreichend komprimierbare Arterien hinweisen. Gefäßverkalkungen können dabei eine Rolle spielen. In solchen Fällen können zusätzliche Messungen wie der TBI hilfreich sein.
Das Wichtigste zur ABI-Messung
Die ABI-Messung ist eine einfache, nicht invasive Untersuchung zur Beurteilung der arteriellen Durchblutung der Beine.
Die wichtigsten Punkte:
- Der ABI vergleicht den systolischen Blutdruck am Knöchel mit dem am Arm.
- ≤ 0,90: auffällig
- 0,91–0,99: grenzwertig
- 1,00–1,40: normal
- > 1,40: nicht komprimierbar
- Ein auffälliger ABI kann auf eine pAVK hinweisen.
- Bei einem sehr hohen ABI können zusätzliche Untersuchungen wie der TBI notwendig sein.
- Bei typischen Beschwerden trotz normalem oder grenzwertigem Ruhe-ABI kann ein Belastungs-ABI sinnvoll sein.
- Die ABI-Messung sollte immer zusammen mit Beschwerden, Untersuchung und individuellen Risikofaktoren beurteilt werden.
Die aktuellen europäischen Leitlinien stellen den ABI als wichtigen ersten diagnostischen Schritt bei Verdacht auf eine periphere arterielle Erkrankung heraus.
Weiterführende Themen zur ABI-Messung
Für eine vertiefte Information sind separate Artikel zu einzelnen Fragen sinnvoll, zum Beispiel:
- Wie läuft eine ABI-Messung genau ab?
- Wie wird der Knöchel-Arm-Index berechnet?
- ABI-Werte verstehen: Welche Werte sind normal?
- ABI unter 0,9: Was bedeutet ein niedriger Wert?
- ABI über 1,4: Was bedeutet ein hoher Wert?
- ABI bei Diabetes: Warum kann der Wert eingeschränkt aussagekräftig sein?
- ABI oder TBI: Was ist der Unterschied?
- Belastungs-ABI: Wann ist die Untersuchung sinnvoll?
- Wie zuverlässig ist die ABI-Messung?
Diese Themen können als eigenständige Cluster-Artikel aufgebaut und von diesem Pillar-Artikel aus sinnvoll miteinander verknüpft werden.
Medizinische Quellen
- European Society of Cardiology (ESC), 2024 ESC Guidelines for the management of peripheral arterial and aortic diseases.
- American Heart Association / ACC, 2024 Guideline for the Management of Lower Extremity Peripheral Artery Disease.
- American Heart Association, How Is PAD Diagnosed?
- Deutsche Gesellschaft für Angiologie (DGA), Patientenratgeber: PAVK erkennen – die richtige Diagnostik wählen.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung oder ärztliche Beratung.


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